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Westernpferdezucht unter Druck: NSBA Germany nimmt ab 2025 die Einzahlung von Hengsten aus dem Futurityprogramm

 
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Die Westernpferdezucht befindet sich offensichtlich in einer tiefgreifenden Krise: Nach dem Paint Horse Club Germany (PHCG) im November 2023 sein Futurityprogramm nicht mehr von der Einzahlung von Hengsten abhängig macht, geht die National Snaffle Bit Association Germany (NSBA) nun einen Schritt weiter:

Ab dem kommenden Jahr verabschiedet sich die NSBA vollständig von der Einzahlung von Hengsten in ihr Futurityprogramm, dann zahlt nur noch der Züchter bzw. der Fohlenbesitzer sein Jungpferd in das NSBA Germany Futurityprogramm ein. Für den Fohlenjahrgang 2024 gilt noch eine Übergangsfrist - d. h. hier zahlt entweder der Hengsthalter für seinen Hengst(e) selbst ein oder der jeweilige Fohlenbesitzer nominiert sein Pferd.

Geht die Wette auf Zahlungsbereitschaft der Jungpferdebesitzer auf?

Dafür kommen auf die Jungpferdebesitzer deutlich höhere Gebühren zu: Während die Nominierung eines Jungpferdes für die NSBA Futurity bis zum Alter von zwei Jahren 50 EUR gekostet hat, wenn der Vater zuvor in der NSBA einbezahlt war, werden künftig für Zweijährige 450 EUR fällig. Für Absetzer verfünffachen sich die Gebühren von 50 EUR auf 250 EUR.

Mehr dazu hier.




 

Hintergrund für diese Entscheidungen ist der deutliche Rückgang einbezahlter Hengste in die Förderprogramme der Westernzuchtverbände, die die Futuritys und vor allem die zu gewinnenden Preisgelder unter Druck setzen.
Der PHCG verzeichnet nur noch 11 eingezahlte Hengste für das Bedeckungsjahr 2023, zur DQHA SSA im vergangenen Jahr konnten nur noch 62 Hengste zur Versteigerung angeboten werden - so wenig wie zuletzt 1988.

Gleichzeitig hat sich das EWU-Jungpferdeprogramm zu einem starken Konkurrenzangebot entwickelt: In der Einzahlungssaison 2023 zum Stichtag des Jahreswechsels wurden seit dem Start des EWU-Jungpferdeprogramms im Jahr 2004 über 1 Millionen Euro eingezahlt, bereits jetzt sind mehr Quarter Horses für das EWU-Jungpferdeprogramm einbezahlt als in den entsprechenden Jahrgängen in der DQHA Futurity (siehe hier).


Zuchtförderung ist nicht gleich Jungpferdeförderung

Der zentrale Unterschied zwischen einem Zucht- und einem Sportverband ist die Zuchtförderung, weil Zuchtverbände beides im Blick haben - ihre Züchter und das Ergebnis deren Zucht, nämlich die (Jung-) Pferde. Sportverbände hingegen können sich auf den Nachwuchssport konzentrieren.

Deshalb haben die Zuchtverbände mit Decksprungversteigerung und Futurity seit Jahrzehnten beides im Angebot: Die Züchter können auf den Auktionen die Decksprünge ersteigern, das ersteigerte Geld kommt dann dem Jungpferdeprogramm der Zuchtverbände, den Futuritys, zugute.


Auf die Züchter und Jungpferdebesitzer kommen deutliche höhere Kosten zu

Die Zuchtförderung wie z.B. die der DQHA Stallion Service Auction (SSA) liegt darin, daß ein Züchter den Decksprung seines favorisierten Hengstes zur halben Decktaxe ersteigern kann. Dazu hat der Hengsthalter seinen Hengst zuvor in das Programm zur halben Decktaxe einbezahlt.

Wird der Hengst ersteigert, bekommt der Hengsthalter seine halbe Decktaxe wieder, zudem ist der gesamte Jahrgang des Hengstes für die Futurity nominierungsberechtigt. Werden die Jungtiere später nominiert, können sie bis zu zehn Jahre lang auf den Futuritys starten.

Das ist Zuchtförderung, denn damit sind beide Parteien - Hengsthalter und Züchter - happy: Der Züchter hat idealerweise für sein Wunschfohlen nur die halbe Decktaxe bezahlt, der Hengsthalter erhält kostenlos die Futurityberechtigung für alle Nachkommen seines Hengstes.
Für die Jungpferdebesitzer des gesamten Jahrganges kostet dann die Futuritystartberechtigung jeweils nur 25 EUR für einen Absetzer, 100 EUR für einen Jährling.

Ohne die Decksprungprogramme - also die Zuchtförderung - wird es deutlich teurer für die Züchter: Sie müssen nicht nur die volle Decktaxe beim Hengsthalter für ihr Wunschfohlen zahlen, auch die Nominierungsgebühren für ihr Fohlen fallen deutlich höher aus:

Bei der NSBA Germany verfünfacht sich die Nominierungsgebühr für einen Absetzer,
beim PHCG Germany kostet die Nominierung eines Absetzers bereits 500 EUR, wenn kein Absetzer einbezahlt ist.

Hengstbesitzer? Help yourself!

Ganz aus dem Blick geraten die Hengstbesitzer, denn sie erhalten ohne Decksprungprogramme erst recht keine Unterstützung mehr für die Vermarktung ihrer Hengste und Nachkommen.
Dabei sollten sie im Fokus der Zuchtförderung stehen - die Ersteigerung ihrer Hengste sind Teil der Promotion und die daraus erlösten Gelder bilden den Grundstock für die Preisgelder der Nachzuchtprogramme.


Wenn sich also jetzt die Zuchtverbände von ihren Decksprungprogrammen verabschieden und sich nur noch auf die Nachzuchtförderung konzentrieren, könnte der Schuß nach hinten losgehen.


Mehr dazu

2024: Quarter Horse-Züchter setzen zunehmend auf das EWU-Jungpferdeprogramm/ Einzahlungsrekord
2023: Paint Horse-Verband modernisiert sein Futurity-Programm und streicht die Weanling-Klassen
2022: DQHA Stallion Service Auction & Futurity: Ist Europas ältestes Zuchtförderprogramm „Bullshit“?
2016: Neue Einzahlungsbedingungen und ein Ortswechsel sollen das PHCG-Futurityprogramm wieder attraktiver machen




 






Fragen? Die 20 wittelsbuerger.com-Experten helfen gerne weiter,
z.B. Pat Faitz, Sylvia Katschker und Sylvia Jäckle für den Bereich AQHA.
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Quelle wittelsbuerger.com



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